Bitte hinten anstellen – Der Gedanke zum Kleinbiotop der Gedanken

Seit einer Woche versuche ich, der Flüstertüte einen Beitrag unterzujubeln. Einen meiner vielen Gedanken in Worte zu fassen. Und ich bin so was von kläglich daran gescheitert! Fast bin ich versucht, den bequemen Faktor “Ich habe einfach keine Zeit” vorzuschieben. Was diesmal  jedoch nur indirekt stimmt.

Eigentlich liegt es daran, dass mein Kopf gerade zu voll ist. Momentan beschäftigt mich doch recht viel, das eine nicht zu greifende innere Unruhe auslöst und aufgeregt im Gedanken-Tümpel vor sich hin planscht.

Die unterschiedlichsten Themen drängeln sich, wuseln durcheinander, versuchen in dem Kleinbiotop der Gedanken ein Plätzchen  in der ersten Reihe zu ergattern:
Social Media – Politische Themen – Wirtschaftliche Entwicklungen – Das qualvolle Hundegemetzel in Rumänien (als EU-Mitglied!) und mal wieder starke Zweifel an der EU – Machtlosigkeit -Arbeitsweisen im Berufsalltag, die mich so langsam echt zum Rasen bringen – Ach ja, und Privates will auch noch etwas mitmischen!

Alles hat für mich eine persönliche Wichtigkeit, löst unterschiedliche Emotionen aus: interessiert mich, regt mich zum Nachdenken an, ärgert mich, macht mich betroffen, schockiert mich, lässt mich fast verzweifeln. Am liebsten würde ich alle Gedanken auf einmal loswerden, so wie bei einer warmen, geschüttelten Sektflasche. Aber wie?

Cool wäre, einfach auf einen Berg zu steigen und alles rauszuschreien. So laut, dass mir sogar die Bergziegen zuhören müssten! Naja, der Gedanke ist gut – die Idee schlecht, dank fehlender sportlicher Motivation (und vor allem nicht vorhandener Kondition). Bis ich auf einem Berg bin, ist die Luft raus. Und das ganz ohne zu Schreien!

Also doch die unsportliche Variante mit iPad und Tastatur:
Tja, und wo fang ich jetzt an? Damit, was für andere am Wichtigsten sein könnte? Nein, hier bin ich ganz Ego und möchte über das schreiben, was mich am meisten beschäftigt.

Blindes Auswahlverfahren? Augen zu, einmal gegen die Stirn tippen und schauen, welchen Gedanken ich getroffen habe? Autsch. Man, zerquetschen wollt ich die Gedanken nicht. Also noch einmal und nicht so arg. Getroffen. Ähm, nein. Genau DARÜBER will ich JETZT gerade nicht schreiben…
Ok, nächster Versuch. Hinsitzen, entspannen und mit dem ersten Thema, das mir durch den Kopf schießt losschreiben.
Wow, das klappt tatsächlich. Ich schreibe … schreibe … und komm nicht weiter. SO EIN MIST!

Es ist zum Haare raufen! Schon flitzen mir die Themen wieder kreuz und quer durch den Kopf und meine Gedanken hüpfen natürlich locker und flockig hinterher, purzeln planlos durcheinander.
Kopfschütteln, summen, tief durchatmen, Schokolade, Kaffee, Tee – Konzentration? Fehlanzeige! NEIN, SO WIRD DAS NICHTS!

Hmmm, wenn ich so darüber nachdenke, fühlt sich mein Kopf eigentlich gerade an wie eine schlecht sortierte Bücherei. Alles wie Kraut und Rüben durcheinander – und da findet man sich ja schließlich auch nicht zurecht. Oder?

Also heißt es wohl erst mal sortieren: Gedanken ordnen, für mich selbst bewerten und dann erst schreiben…

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