Social Media Auszeit – brauch ich das?

Mit großem Interesse habe ich den Beitrag Social Media Auszeit: Medienkompetenz statt abschalten gelesen, den Christian Müller auf seinem Blog „SOZIAL-PR“ veröffentlicht hat.  Ein Thema, das immer mal wieder durch die Medien geistert und Social Media-Gegner zum Aufschreien bringt.
Natürlich mache ich mir auch mal kurz meine Gedanken, allgemeine Gedanken – natürlich keine Gedanken zu meinem eigenen Verhalten: Zuviel ist nie nix, egal von was – da hält man sich auch dran.

Vermutlich hätte die „Social Media Auszeit“ inzwischen einem anderen Thema weichen müssen, hätte Christian am Ende nicht einige Fragen gestellt, mit denen jeder sein persönliches Kommunikationsverhalten reflektieren kann. Irgendwie hat mich das Thema doch nachhaltig beschäftigt und ich habe den Beitrag noch mal hervor gezogen.

Bisher habe ich mich noch nie mit meinem eigenen Internet-Verhalten auseinander gesetzt und mich lapidar als normalen Nutzer gesehen. Aber was ist ein normaler Nutzer? „Social Media Auszeit“ hat mich etwas aufgerüttelt und neugierig gemacht. Neugierig darauf, mein eigenes Verhalten einmal genau unter die Lupe zu nehmen.  Motiviert gehe ich an die Fragen und bin gespannt auf mein eigenes Kommunikationsverhalten:

Fragen:

  • Wie viel Zeit verbringe ich in den sozialen Netzwerken?
    Hmm, muss ich da geschäftlich und privat unterscheiden? Nein, eigentlich nicht. Im Netz bin ich so oder so unterwegs. So grob überschlagen, auf die ganze Woche umgelegt und auf einen Tag heruntergebrochen: ca. 4 bis 5 Stunden am Tag
  • Was tue ich dort primär?
    Geschäftlich pflege ich primär die Unternehmensseiten auf den verschiedenen Sozialen Netzwerken und beobachte, was sich in der Branche tut. Privat hetze ich zwischen meinen Accounts hin und her, bemüht, ja nichts zu verpassen😉 Naja, hetzen ist zwar etwas übertrieben, aber ich benutze schon oft den Satz „ich muss mal noch schnell …“
  • Wofür nutze ich die sozialen Netzwerke?
    Ich nutze die sozialen Netzwerke um auf dem Laufenden zu bleiben, für Recherchen und um Infos zu sammeln. Noch nie gab es vorher die Möglichkeit so schnell an so viele Informationen zu kommen und das mit Zugriff von überall her und zu jeder Zeit. Genauso gut und schnell kann ich aber auch Informationen ausgeben und weiterverbreiten. Eine Informations- und Verbreitungsquelle, die ich nicht mehr missen will. Kurz gesagt: ICH LIEBE SOZIALE NETZWERKE!
  • Was geben mir die sozialen Netzwerke?
    – Informationen – Wissen – Kontakte – Freiraum – Unabhängigkeit – Grenzenlosigkeit
    Ich finde hauptsächlich Vorteile. Wenn ich so darüber nachdenke jedoch auch einen Nachteil: Sie nehmen mir etwas den Direktkontakt zu meinem persönlichen Umfeld. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ärgere ich mich auch schon mal öfters darüber, dass manche Unterhaltung abends nicht mehr zu stande kommen, weil jeder – sein iPhone oder iPad vor der Nase – durch das Netz geistert um möglichst viel Neues aufzuschnappen.
  • Reagiere ich sofort auf jede Benachrichtigung?
    Oft, aber nicht immer. Ich versuche zwar bei den Unternehmen-Accounts recht schnell zu reagieren, aber gerade an den WE oder spät abends kommt es dann doch mal vor, dass ich absolut keine Lust habe auf eine Benachrichtigung zu reagieren. Und dann lass ich es auch sein. Es passiert auch schon mal, dass ich vergesse auf das Handy zu schauen und so die eine oder andere Benachrichtigungen verpasse. Aber bisher haben das alle überlebt und ich auch.
  • Gibt es Zeiten, in denen ich mich nicht stören lasse?
    Wenn ich bei den Pferden bin, im Garten werkle oder mit einem guten Buch in der Wanne liege, lasse ich mich von nix und niemandem stören. Diese Zeit gehört ganz alleine mir und ich brauche sie auch, um Energie zu tanken.
  • Wann habe ich das letzte Mal echte Ruhe erlebt?
    Echte Ruhe erlebe ich immer, wenn ich mit meinem Pferd durch den Wald streife. Da bleibt die „virtuelle“ Welt draußen. Das Telefon schweigt oft zwangsweise – kein Empfang und somit auch kein Internet. Die ideale Voraussetzung, um alleine in der Natur die Seele baumeln zu lassen und die „Festplatte“ mal ganz herunter zu fahren.
  • Fühle ich mich durch die Informationsflut manchmal gestresst?
    Manchmal kommt schon ein leichtes Stressgefühl auf. Gerade wenn auf allen Accounts (privat und geschäftlich) reger Umtrieb herrscht und ich meine, ich muss gleichzeitig nach allen Mücken schnappen. Inzwischen habe ich allerdings gelernt, damit umzugehen und zu akzeptieren,  dass selten etwas dabei ist, das nicht einige Minuten warten kann. Also raus aus dem Netz, einen Kaffee trinken, runterfahren und dann noch mal rein in das Netzwerkvergnügen. Diesmal mit dem Gedanken: Ich muss nicht alles lesen,mich nicht mit allen Themen näher auseinandersetzen und die Netz-Welt dreht sich auch ohne dich!
  • Habe ich das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich nicht online bin?
    Es gibt Zeiten, da „muss“ ich gefühlt fast jede Minute im Netz sein, um ja nichts „Wichtiges“ zu verpassen und mein iPad im Dauerstress ist. Das Gefühl habe ich meistens dann, wenn gerade sehr viel Interessantes in den Netzwerken los ist oder ich an einem Rechercheintensiven Thema arbeite. Es gibt aber auch wieder Zeiten, da zieht es mich gar nicht ins Netz und ich lasse mich dann gerne von ganz alltäglichen Dingen wie einem guten Buch, Freunden, Garten- oder Hausarbeit ablenken. Dieser Zustand folgt meistens auf das „Ich-darf-nichts-verpassen-Gefühl“.  Ist aber auch Tagesform-, Launen- und sogar Wetterabhängig😉.
  • Welchen Stellenwert räume ich sozialen Netzwerken in meinem Leben ein?
    Soziale Netzwerke sind für mich sehr wichtige Informationskanäle und nehmen dadurch natürlich auch einen entsprechenden hohen Stellenwert ein.

Fazit: Wenn ich mir meine Antworten so anschaue, bin ich von einer notwendigen Social Media Auszeit noch weit entfernt und werde ich wahrscheinlich auch nie eine brauchen. Ich lebe nicht komplett in der Social-Welt und komme auch mal ganz gut ohne die Netzwerke aus. Vielleicht ab und zu mal die Nase weniger ins Netz, aber ansonsten ist meiner Meinung nach alles im grünen Bereich.

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